Der Funke

Ein Funke sprang
berauscht von gelbem Feuer
leicht aufgeregt
zum Ostwind hin

Und ließ sich tragen
zu neuem Abenteuer
die Augen wach
verwegen reckte er Kopf und Kinn

Hielt Ausschau nach
wo wär ein Bleiben
wo ein genüsslich Sein
wo ein sich warm mit Wärme reiben

Die Reise war oft einsam,
und seine Glut drohte oft zu ersticken
ganz besonders in kalten Nächten
schwer war es dann, den Weg zu erblicken
zwischen den eigenen Zweifelgeflechten.

Melancholie drückte seine Flugbahn
nieder der Erde entgegen
und in einen Garten hinein
ließ sich fallen, was für ein Segen
fiel mitten in trockene Zweige rein

Was dann geschah, ihr könnt es euch denken
ein knacken, ein Knistern und mehr
rote Zungen lecken sich heiß hoch
und Feuer brannte rings umher

Die Träne

Hast du etwa geweint?

Nein, Sir! Kleine Mädchen, die,
die weinen doch nicht!
Es ist nur,
ist wohl nur eine Brechung aus Licht,
auf einem Tropfen,
der, ganz zufällig auf diesen Pulli fiel
und dort nicht versank.

Keine Träne also?

Nein, Sir! Eine Träne ist es nicht!
Es ist nur,
ist wohl nur eine Seele,
wenn sie bricht,
und ein Licht, das nicht ertrank.

Fürchtest du dich? Hast du Angst?

Nein, Sir! Ich,
ich fürchte mich nicht!
Keine Angst, findest du auf meinem Gesicht.
Siehst du dort,
die leuchtenden Farben?
Keine Furcht, Sir!
Ich bin nicht mehr krank!

Was bist du dann?

Sir, ich bin dieser Tropfen,
auf weicher Wolle,
bin dieses neugeborene Gesicht.
Ein Kristallconcon aus Feuer,
doch eine Träne, Sir
die bin ich nicht!

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